Rauhreifzauber nicht nur für Yvette Z.

Heute ist der 11.1.22  fast genau 10 Uhr. Die Sonne lacht in unseren Garten hinein. Dort ist noch der Rauhreif einer eiskalten, feuchten Nacht, in all seiner Schönheit zu sehen. Dick vermummt wage ich mich in die Kälte, die mir leider heftige Schmerzen bereitet. Besonders im Gesicht, dass ich nicht vollständig einpacken kann, wenn ich was sehen will. Die Sonne muss auch auf die Haut scheinen, wenn sie meine körpereigene Wohlfühlfabrik ankurbeln soll. Also ist es gut, ein wenig Schmerz auszuhalten um auch das Schöne mit der Kamera einzufangen.

Stulpen statt Handschuhe habe ich angezogen, damit ich die Finger frei habe zum Bedienen der Kamera.

Die Stulpen, ich vergaß sie zu fotografieren, waren ein Weihnachtsgeschenk meiner alten Freundin Anette.

Zuerst wusste ich nichts damit anzufangen, hätte mir solche Dinger gekauft und jetzt bestaune ich ihre

Zweckmäßigkeit bei aller Schönheit der gestrickten Feinheit. – Bild folgt

Ja, ich bin so begeistert, dass ich sie auch zweckenfremde – da sollten mindestens drei Bilder eingefügt werden.

Aber später. Jetzt erst mal den Rauhreif, bevor die Sonne ihn zum Schmelzen bringt.

 

Dies Leichtbauiglu fand ich in einem Strauch. Wieso ich dort diese Holzlatte befestigt hatte, weiß ich nicht mehr.

Umso besser weiß ich, woher dieses Holz stammt. Ich brachte es vor 6 Jahren von Haßloch mit.

Abfall von der Verpackung einer Waschmaschine. Damals machte es mir noch Freude meine ehemalige Firma zu besuchen.

Elektro Hartel war noch nicht ganz verschwunden, wenn auch der Geist meines Vaters nicht mehr zu finden war.

Von mir gab es noch leichte Spuren, aber schon sehr verweht. Sehnsuchtvoll schaute ich in der Firma zu den Ordnern der Kundenkartei.

Von A bis Z von mir angelegt waren darin nicht nur technische Daten gesammelt. Zumindest die alten Blätter erzählten Geschichten

von Menschen und ihren Maschinen. Doch das ist Thema für ein ganzes Buch. Und ganz ehrlich. So toll es war in unserem

Kundendienstbetrieb, bei eisigen Temperaturen war es nie ein Spaß, in notdürftig geheizten Waschküchen, auf den Knien liegend die

Türmanschette einer Zanker 481 L zu tauschen. Die Hände so klamm, dass man kaum den Schraubendreher halten konnte.

 

Huch, wo sind meine Gedanken wieder hingewandert? In die schöne Pfalz und die echt guten Erinnerungen.

Yvette Z. gehört dazu.

Wie gut, dass ich es im Herbst nicht geschafft habe, alles aufzuräumen. Dieses Bild wäre dann nie entstanden.

Gibt es in Deinem Leben auch etwas, dass Du hast einfach liegen lassen?

Etwas, von dem es sich später herausstellte, dass es gut gewesen ist, es einfach ruhen zu lassen?

Schreib mir davon, denn ich liebe diese Geschichten. Email: kaha.bsb@t-online.de

 

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