Wintertag mit Weihnachtsfeeling

Sonntag, der 17.1.2021

Endlich Schnee,

endlich richtiger Winter, wenn auch nur für ein paar Stunden. Doch der Zauber, der darin liegt ist so überwältigend, dass mein Herz vor Freude lacht.

Ich habe keine Chance. Ich lache mit. Mein Gesicht blickt mich glücklich aus dem Spiegel an, denn der Schnee ist dick und schwer. Ein Schneemann wird wohl machbar sein. Was für ein künstlerisches Erleben, wenn der Werkstoff für das Kunstwerk einfach vom Himmel fällt.

Den heutigen Tag will ich in seiner weißen Weichheit genießen und hoffen, dass sie für ein paar Tage bleibt, auch wenn der Wetterbericht anders sagt.

Ein Bild entsteht. 2012 hatte ich bei uns in die Bäume geschaut und den halben Mond fotografiert. Betrachte ich das Bild, ist der Zauber dieser blauen Nacht wieder da. In Kombination mit dem heutigen, weißen Tag ist es ein Traum.

Diese Realität ist so gespickt mit Schönem und Wunderbarem, dass wir eigentlich jeden Tag staunend wie ein Kind durch die Gegend gehen sollten.

Das einzelne Blatt vom Salbei kann Dich verzaubern, wenn Du es zulässt.

Doch was tun wir?

Wir fahren laufen oft blind durch die Gegend.

Haben immer ein Ziel, das erreicht werden muss und

das meistens in einer vorgegebenen Zeit.

Es gibt Gründe wann man hier oder dort sein muss.

Muss man wirklich?

Was geschieht, wenn Du einfach stehen bleibst?

Was fühlst Du, wenn Du rückwärts gehst,

vorsichtig und nur ein paar Schritte, aber ehrlich rückwärts? Unsicherheit? Angst?

Beim Fotografieren gehe ich oft blind rückwärts. Dabei bin ich schon so manches mal in ein Loch getreten

und ab und zu sogar gefallen. Es kam vor, dass ich mich verletzt habe, aber die Kamera, die habe ich stetst hochgehalten, ganz automatisch, weil sie mir so wertvoll ist.

Halten wir immer hoch, was uns wertvoll ist?

Wissen wir noch, was für uns vom größten Wert ist?

Die Zeiten von Corona bieten uns Gelegenheit, vieles einfach anders zu machen. Rückwärts gehen, vielleicht sogar in der beruflichen Entwicklung, um uns mehr Menschlichkeit zu gönnen. Glücklich, wer das ausprobieren kann. Wer mit weniger Materiellem zufrieden sein kann.

Wenn Verzicht in einen ungeahnten Reichtum führt,

hat das Schicksal alles richtig gemacht.

Auf was verzichte ich heute?

Es ist Sonntag und gerne würde ich mit meinem Liebsten essen gehen, die Küche kalt lassen, mich bedienen lassen,

Prinzessin sein für eine gute Stunde.

Statt dessen werde ich uns heute einen bunten Salat zubereiten und Hefeküchlein backen, mit Käse- und Hähnchenfüllung. Ist das Verzicht? Nein!

Das ist Wohlstand auf höchstem Niveau.

Den Kühlschrank öffnen und aus der Fülle schöpfen.

Der Luxus, seinen Kühlschrank auffüllen zu können,

der ist doch unbeschreiblich. Wann haben wir dafür gedankt?

Wo ist hier Verzicht, freiwilliger Verzicht segensreich?

Wenn ich auf Billigprodukte verzichte.

Weniger, aber hochwertiger kaufen.

Regional, verpackungsarm, bewusst dankbar.

Woher kommt die Milch für den Käse?

Woher kommt das Fett für die Pommes?

Und die dicke, goldgelbe Kartoffel?

Und da bin ich bei einem ganz anderen Thema:

Die Bauernschelte!

Es zerreißt mir fast die Seele,

wenn ich lese, höre, sehe, wie Bauern denunziert werden,

weil sie – erlaubte – Mittel einsetzen, um mehr Ertrag zu erlangen. Wenn verallgemeinert wird, wo Einzelne sich nicht verantwortungsvoll um ihre Tiere und ihr Land kümmern. Wenn Einzelne, oft die Großen, Raubbau betreiben mit der Natur.

Die Proteste gehen meiner Meinung nach in die falsche Richtung, doch das ist nun wirklich kein Sonntagsthema.

Was würde passieren, wenn alle Bauern, europaweit ein Sabbatjahr einlegen würden? Die Supermärkte wären leer, die Foodfabriken würden still stehen.

So nun reiße ich mich aber wirklich aus der negativen Gedankenwelt, ziehe die Stiefel und die dicke Jacke an und gehe in den Winterwald. – Natürlich mit Kamera.

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