Fromme Freundin

Es war vor vielen Jahren, als ich noch dachte, dass es mir gut geht,

da lernte ich eine Frau mit Hut kennen. Voller Energie sprach sie zu einem Saal voller Frauen. Ich saß eigentlich zufällig dort. Ein Frauenfrühstück der Haßlocher CDU Frauen.

 

Digital StillCamera

Was hatte ich, eine selbstständige Singlefrau mit einer zehnfachen Mutter zu tun? Wir gehörten nicht zur gleichen Kirche. Es gab eigentlich keine Berührungspunkte, aber die Frau hatte mich beeindruckt. Was heißt beeindruckt, sie hatte mich vom Hocker gerissen.

 

Einmal schrieb sie mir folgende Zeilen:

Da schickte ich ihr dieses Bild als Dankeschön. Aufgenommen im Pfarrgarten in Bersenbrück.

Sie antwortete wieder mit einem Spruch, den ich eines meiner Gartenbilder fügte:

 

 

Und zur Weihnachtszeit fügte sie wieder einen Text in eines meiner Bilder:

Jetzt wäre ich fast in Versuchung die Geschichte dieser alten Scheune zu erzählen. Aber statt dessen fliege ich in Gedanken in die Pfalz. Nach Friedelsheim, wo ich das folgende Bild aufnahm. Von dort brauche ich nur etwas mehr als eine Stunde um bei Ruth in Fischbach vor der Türe zu stehen.

Aus den Bildern und Texten haben wir gemeinsam Postkarten gemacht. Insgesamt sind wohl mehr als 5000 dieser Karten weltweit unterwegs.

Die meisten Briefmarkten wurden neben die Meise geklebt.

Aber viele Entwürfe, so wie dieser hier, sind noch ungedruckt im Archiv.

 

Auch die „Boote“ sind unveröffentlicht, aber die Dialoge, die per Email geführt wurden sind unvergessen:

Als ich mich einmal über die Gefühlskälte einer Frau aufregte, sandte mir Ruth wieder ein kleines Gebet. Das passende Bild war die Kamelie in unserem Garten, die den Frost gut überstanden hatte.

15 Jahre blüte diese wunderbare Pflanz fleißig in unserem Garten, bis sie  im Sommer 2020 wegen der Gartenumbauarbeiten versetzt werden musste.

Nun hat sie nur noch ein einziges Blatt, aber wir hoffen trotzdem, dass sie wieder Kraft bekommt. Damit sie nicht so kahl da steht mit ihren leeren Ästen und vermutlich großer Trauer um ihre Blütenfülle, haben wir ihr eine neue, kleine, weißblühende Kamelie an die Seite gesetzt.

Hier eine der alten Blüten aus dem Jahr 2015

Ein Bild, in das ich jederzeit die guten Worte meiner Leser fügen kann.

Hast Du Lust? Fällt Dir was ein? Schreib mir kaha.bsb@t-online.de und ich mache Dir eine persönliche, druckfähige Karte davon.

 

Wie passt eine fromme Frau und eine Kristallkugel zusammen? Schau:

 

Ach und hier wieder ein Highlight.

Diese Karte wurde wohl in der größten Stückzahl gedruckt und verteilt.

Ich verschenke sie immer dann, wenn ich den Eindruck habe, dass sich mein Gegenüber zu sehr anpasst und sich selbst unterdrückt-

2010 fotografierte ich die Mandelblüte in meinem Garten in Haßloch und natürlich schickte ich das Bild an meine Freunde. Ruth sandte postwendend einen passenden Spruch:

 

Und bei aller Mailerei, schreiben wir uns auch Briefe.  Richtige, altmodische Briefe. Ruth malt die Ränder schön und weil sie so viele Freunde hat, wird auch manchmal ein Brief kopiert und an viele geschickt. So sind wir uns nah, auch wenn wir alles unter Zeitnot leiden.

Es gibt so viele Rosenbilder-Gedichte-Gebete, dass es für einen eigenen Beitrag reicht.

 

Wenn mich die Sorgen plagen, dann helfen mir fröhliche Blumen, wie diese, bei mir wildwachsende Schönheit und wenn es ganz schlimm ist, ein Telefonat mit einer Freundin wie Ruth:

 

Einmal mache ich für Ruth eine Visitenkarte der besonderen Art. Eine ohne Telefonnummer oder Anschrift. Ein Kärtchen, dass man jederm in die Hand drücken kann, der müde auf einer Bank sitzt.

Doch auch dieses Bild aus 2011 flog per Email ein paar mal hin und her, zwischen dem Dahner Felsenland und der norddeutschen Ebene:

 

Wenn man sich liebevoll die Wahrheit sagt, ist das Leben viel leichter,

nicht nur beim Bildermachen.

Und einmal durfte ich sogar ein Buchcover für Ruth gestalten. Das Bild zeigt den Hof vom Kloster Bersenbrück.

Und das Tollste an der langjährigen Freundschaft ist, dass wir nicht vorhaben sie mit dem Tod einer von uns beiden zu beenden.

Wir sind uns sicher, dass wir uns auch im Himmel an gemeinsame Projekte wagen werden, denn Nichtstun ist gegen unsere quirlige Natur.

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