Neuer Lebensabschnitt

Leben ohne Morgan-Horse

Wie wird es sein, mein Leben ohne mein Seelenpferd?

Ich lebe weiter, während mein Seelenpferd Cuty aus ein Reise ins Unbekannte gegangen ist. Im Sommer 2017, als sie so krank war, dass die Fachleute sagten, ich solle mich auf den Abschied gefasst machen, dachte ich, ich werde sterben, wenn ich dieses Pferd gehen lassen muss.

Zwei Wochen lebte ich bei ihr im Stall. Wir bekamen auch immer wieder lieben Besuch. Hilfreiche Menschen, Freunde in der Not. Vor allem mein Mann nahm unglaublich viel Rücksicht. Schaute nach uns und versorgte sich um größten Teil selbst. Viele Stunden saß ich im Offenstall an meinem provisorischen Schreibtisch, denn ich wollte unsere gemeinsame Geschichte aufschreiben.

Es ging aber einfach nicht. Ich konnte keinen vernünftigen, zusammenhängenden Text verfassen. Nun ja, ein paar Gedichte sind entstanden. Schwere Gedanken in ein paar Zeilen gepresst.

Meistens aber lag ich auf den Strohballen und war einfach da. Mein besonderes Pferd, das wunderbare Pony Heidi und ich. Die Hunde kamen und gingen wie sie wollten. Die neugierigen Stallmäuse nahmen mich nicht mehr als Bedrohung wahr und näherten sich sobald ich mich zur Ruhe legte.

Und dann das Wunder der Genesung. Mit jedem Tag ging es Cuty besser. Die Hufverbände konnten bald abgenomen werden. Die Sohle erlangte eine Festigkeit, dass die Gefahr eines akuten Hufbeindurchbruches gebannt war. Gemeinsam träumten wir von vollkommener Heilung. – — Ja ich träumte sogar von gemeinsamen Wanderritten.

So viele Monate ging es gut, dann wieder leichtes Lahmen, obwohl die Sohle nach wie vor hart blieb. Erst vor ein paar Wochen der Rückfall. Wieder Hufrehe, obwohl sie gar nicht auf dem Gras war.

Diesmal Rehe auf allen vier Hufen und vorne links eine weiche Stelle auf der Hufsohle. Wieder alle Fachleute geholt. Wieder gab es eine Verbesserung, doch diesmal nur von kurzer Dauer. Alles war anders. Cuty veränderte sich zusehends. Auf die Diät reagierte sie agressiv. Doch Gewicht musste sie verlieren und natürlich Boxenruhe. Na ja, unsere Box ist riesengroß, der weiche Boden mehr als ideal für ihre Bedürfnisse, aber trotzdem eine Einschränkung.

Es kam der Tag der Entscheidung. Einsehen, dass Heilung Utopie ist. Eine Woche der Freiheit wollte ich uns schenken. Jeden Tag bekam sie ein wenig mehr Bewegungsfreiheit. Dank der hohen Gabe an Schmerzmitteln humpelte sie jeden zusätzlichen Quadratmeter ab. Das Futter wurde nicht mehr rationiert und die letzten zwei Tage öffnete ich ihr auch die Grasfläche. Was für ein glückliches Pferd. So glücklich, dass sie übermütig das Pony durch den gesamten Paddock jagte. Mein Mann und ich standen staunend dabei. Dem Pony Heidi machte das sichtlich Spaß, denn sie weiß ja, wie schnell sie ist. ….

Für heute komme ich zum Ende. Morgen ist ja auch noch ein Tag, dann will ich weiter schreiben und ein weiteres Bild hochladen.

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